Belgien bereitet eine Belegslotterie vor: Mehrwertsteuerbelege aus dem HORECA-Sektor könnten per QR-Code zum Lotterielos werden. Gleichzeitig prüft die Regierung, die Pflicht zum Kassensystem GKS 2.0 auf weitere Branchen auszuweiten. Dieser Blogbeitrag zeigt, was bereits feststeht, was noch offen ist und was beides für POS-Anbieter bedeutet.
Die Belegslotterie soll den Mehrwertsteuerbeleg aus HORECA-Betrieben zum Lotterielos machen. Wer seinen Beleg verlangt, könnte damit an einer Verlosung teilnehmen. So sollen Kundinnen und Kunden Belege systematisch einfordern und Mehrwertsteuerbetrug im HORECA-Sektor wird erschwert.
Die Initiative ist im neuen Verwaltungsvertrag zwischen dem belgischen Staat und der Loterie Nationale verankert, der für die nächsten fünf Jahre gilt. Der Vertrag beauftragt die Loterie Nationale, gemeinsam mit dem SPF Finances einen Vorschlag für eine solche Lotterie auszuarbeiten. Ob, wann und in welcher Form sie eingeführt wird, ist damit noch nicht entschieden. Die Idee stand bereits im Regierungsabkommen der aktuellen Bundesregierung.
Vergleichbare Modelle gibt es bereits in anderen Ländern, etwa in Italien und Portugal.
Die Belegslotterie in Belgien ist noch nicht in Kraft, und ein Starttermin steht noch nicht fest. Für Betriebe sowie Kundinnen und Kunden ändert sich derzeit nichts.
Festgelegt ist bisher nur der Rahmen: Der Verwaltungsvertrag gilt für fünf Jahre. In diesem Zeitraum soll die Loterie Nationale die Lotterie gemeinsam mit dem SPF Finances ausarbeiten. Die Spielregeln sowie der technische und rechtliche Rahmen müssen noch festgelegt werden.
Die Lotterie setzt auf Belege, die über das registrierte Kassensystem erstellt werden und eindeutig nachvollziehbar sind. Laut Medienberichten hängt der Start davon ab, dass ein Großteil der Betriebe mit neuen Kassen nach dem Standard GKS 2.0 arbeitet. Laut offiziellem Zeitplan müssen HORECA-Betriebe mit einer Kasse von vor 2018 bis spätestens 1. Juli 2027 auf GKS 2.0 umgestellt haben, weitere Betriebe folgen bis 2028 und 2029. Genauere Angaben zu Umfang, Zeitplan und Umsetzung werden mit der nächsten Mitteilung der belgischen Regierung erwartet.
GKS 2.0 ist die technische Grundlage der Lotterie. Die neue Kassengeneration übermittelt Transaktionsdaten über das Fiscal Data Module (FDM 2.0) an die Cloud der Finanzverwaltung. Damit lassen sich Belege zentral prüfen.
Das registrierte Kassensystem heißt auf Französisch SCE (Système de Caisse Enregistreuse) und auf Niederländisch GKS (Geregistreerd Kassasysteem), umgangssprachlich auch „caisse blanche“ oder „witte kassa“ genannt. Es ist für HORECA-Betriebe Pflicht, deren Jahresumsatz aus Restaurant- und Cateringleistungen 25.000 Euro übersteigt.
Alle Details zu GKS 2.0, FDM und Fristen stehen auf der Seite zur Fiskalisierung in Belgien.
Die Ausweitung von GKS 2.0 auf weitere Branchen steht im Raum, ist aber noch nicht beschlossen. Laut Branchenquellen wird die rechtliche Grundlage dafür vorbereitet. Eine offizielle Mitteilung war für die Regierungserklärung (State of the Union) am 13. Oktober 2026 erwartet. Diese wurde verschoben, weil sich die Regierung noch nicht auf einen Haushalt geeinigt hat. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.
Die Finanzverwaltung hatte bereits Ende 2025 und im März 2026 angekündigt, eine Ausweitung auf weitere Branchen zu prüfen. Eine offizielle Liste liegt zwar noch nicht vor, in der Diskussion sind jedoch vor allem bargeldintensive Betriebe wie:
Der Branchenverband Horeca Vlaanderen unterstützt die Ausweitung, weil die Erweiterung gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Sektoren schaffen würde. Gleichzeitig fordert der Verband Unterstützung bei den Investitionskosten für Betriebe für die Umsetzung.
Mehr Betriebe könnten künftig ein zertifiziertes GKS-2.0-System benötigen, und der Beleg bekommt eine neue Funktion. POS-Anbieter sollten Zertifizierung, FDM-Anbindung und Beleglayout deshalb jetzt in ihre Roadmap aufnehmen.
Praxistipp: Bestehende Kassensoftware sollte jetzt daraufhin geprüft werden, ob sie GKS 2.0 und FDM 2.0 unterstützt und ob das Beleglayout flexibel genug für zusätzliche Elemente wie einen QR-Code ist.
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Ist die Belegslotterie in Belgien beschlossen?
Noch nicht endgültig. Die Belegslotterie ist im fünfjährigen Verwaltungsvertrag der Loterie Nationale verankert, die gemeinsam mit dem SPF Finances einen Vorschlag ausarbeiten muss. Ob, wann und in welcher Form sie eingeführt wird, ist noch nicht entschieden, die konkreten Vorgaben stehen noch aus.
Wie nimmt man an der Belegslotterie teil?
Laut Medienberichten könnten Kundinnen und Kunden über einen QR-Code auf dem Mehrwertsteuerbeleg an einer Ziehung teilnehmen. Die Details sind noch offen.
Gilt die Belegslotterie nur für Restaurants?
Im Fokus steht zunächst der HORECA-Sektor. Ob weitere Branchen folgen, hängt auch von einer möglichen Ausweitung von GKS 2.0 ab.
Gibt es Belegslotterien in anderen Ländern?
Ja, vergleichbare Modelle gibt es zum Beispiel in Italien und Portugal.
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